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Buchcover: Angelika die Unbewegliche
Satire

Angelika die Unbewegliche

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Sie saß. Das Land auch. Sechzehn Jahre lang.

Angelika ist gelernte Physikerin, und sie regiert wie eine: Jedes Problem ist nur Energie, die sich noch nicht zerstreut hat — man muss bloß lange genug warten, dann löst sich alles von selbst, weil sich am Ende alles auflöst. Sie nennt es nicht Nichtstun, sondern thermodynamische Geduld. Wo andere handeln, wartet sie. Wo andere entscheiden, prüft sie. Und wo andere Verantwortung übernehmen, faltet sie die Hände zur Raute und lässt die Dinge von selbst in den nächsten Zustand übergehen.

Sie sitzt vier Krisen, drei Koalitionspartner und zwei Weltordnungen aus, ohne den Sessel zu verlassen — einen Sessel, der mit den Jahren ihren Abdruck annimmt wie ein Fossil. „Wir schaffen das", sagt sie, unmittelbar bevor sie nichts dagegen unternimmt. „Es ist alternativlos", sagt sie, und prüft die Alternativen schon deshalb nicht, weil das Prüfen eine Bewegung wäre.

Im Osten aber wartet jemand, der die Geduld zu schätzen weiß: Onkel Gennadi, der seinen Reichtum nicht zählt, sondern in Röhren misst, und der junge, kalte Wolkow mit dem Gashahn. In Hinterzimmern mit angelehnter Tür, bei Koffern ohne Absender, wächst die erste große Pipeline — verkauft als „Wandel durch Handel", als Brücke der Völker. Eine Brücke, über die nur in eine Richtung gegangen wird. Und ein blasser junger Finanzminister namens Olaf trägt die Koffer durch Räume, an die er sich schon damals an nichts erinnert.

Doch jede Feder, die man lange genug niederdrückt, schnellt eines Tages hoch. Als Angelika nach sechzehn Jahren endlich aufsteht, springt alles auf einmal empor, was sie ausgesessen hat — und sie übergibt den ganzen Stapel an einen Mann, der ihn freundlich entgegennimmt und sofort vergisst. So beginnt Band 1.

Band 4 der satirischen Olaf-Reihe — das Prequel. Mit 19 Kapiteln und 19 Illustrationen. Unabhängig von den anderen Bänden lesbar.