
Reichweitenangst am Baggersee
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Ein Mann. Zwölf Kilometer. Zweiundachtzig Prozent Akku. Und eine Excel-Tabelle, als ginge es zum Nordpol. Bernd Schmalz will mit seiner Familie eigentlich nur an den Baggersee. Zwölf Kilometer. Eine Viertelstunde Fahrt. Früher hätte er dafür nicht einmal auf die Tankanzeige geschaut. Doch seit seinem ersten Jahr mit dem Elektroauto ist nichts mehr einfach. Bernd berechnet Reichweite, Klimaanlage, Gepäckgewicht und Sicherheitsreserve. Er wiegt sogar Chantals aufblasbaren Flamingo auf der Küchenwaage. Sandra verliert langsam die Geduld, Kevin erklärt zum hundertsten Mal, dass der Akku reicht, und Chantal erkennt sofort das Potenzial für ihren Podcast. Dann kommt die Realität. Eine Umleitung verlängert die Strecke. Eine Hitzewelle treibt Bernds Puls nach oben. Ein Traktor wird zum mobilen Reichweitenhindernis. Am See löst ausgerechnet ein Vogel den Diebstahlalarm aus. Statt danach einfach nach Hause zu fahren, landet die Familie noch in einem Freizeitpark – und auf dem Rückweg warten Gewitter, Starkregen und ein Reifenschaden. Aus einem simplen Badeausflug wird eine Expedition durch die deutsche Alltagswirklichkeit. Und Bernd muss feststellen: Die größte Gefahr für seine Reichweite sitzt nicht unter der Motorhaube. Sie sitzt zwischen seinen Ohren. „Reichweitenangst am Baggersee“ ist eine pointierte Familiensatire über Elektroautos, Kontrollzwang, Technikpanik und die wunderbare Fähigkeit des Lebens, selbst die beste Excel-Tabelle innerhalb weniger Minuten unbrauchbar zu machen. Für alle, die schon einmal wegen zwei Prozent Akku nervöser waren als wegen eines echten Problems.
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