
Die Hecken-Inquisition
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Vier Komma drei Millimeter. Mehr braucht es nicht, um einen Krieg zu beginnen.
Bernd (42) ist ehrlicher Küchenmonteur, hat eine solide Trittfrequenz und eine Thuja-Hecke, auf die er stolz ist. Das reicht in seiner Neubau-Siedlung bei Hannover längst nicht mehr aus. Denn Nachbar Dr. Knietsche misst mit dem Laser-Entfernungsmesser nach, Ehefrau Sandra hat einen YouTube-Garten-Schamanen entdeckt, und Schulpflegschafts-Sabine führt über jeden Grashalm der Siedlung Buch — auf einem Klemmbrett, das schlimmer ist als jedes Finanzamt. Was als Streit um eine Hecke beginnt, eskaliert Kapitel für Kapitel zum totalen Vorstadt-Krieg: Mülltonnen-Tribunale, ein Smarthome, das den eigenen Rasensprenger auf Bernd hetzt, ein Mähroboter mit Tötungsabsicht, ein Insektenhotel voller Killer-Hornissen — und mittendrin ein Mann, der einfach nur seinen Kaffee auf der Terrasse trinken wollte. Die Hecken-Inquisition ist der Auftakt der Reihenhaus-Kartell-Serie: eine bitterböse Satire auf Nachbarschaftsstreit, Achtsamkeits-Diktatur und die Tyrannei des Grenzabstands — für alle, die schon mal eine WhatsApp-Gruppe der Eigentümergemeinschaft überlebt haben. Wenn Sie beim Lesen merken, dass Ihr eigener Nachbar auch einen Laser-Entfernungsmesser besitzt: Das ist Zufall. Wahrscheinlich.